RohstoffAluminium ist noch ein recht junges industrielles Gebrauchsmetall. Erstmals wurde es 1825 von dem dänischen Forscher H.C. Oerstedt hergestellt. Einige Jahrzehnte später bereits wurde Aluminium industriell produziert. Seine Materialeigenschaften haben Aluminium innert 100 Jahren zu einem vielseitigen und weitverbreiteten Metall gemacht.
Aluminium findet in vielen Gebieten der Technik und des täglichen Bedarfs seine Anwendung. Sein geringes Gewicht hilft im Verkehrssektor Energie zu sparen. Auch im Bauwesen wird es dank seiner Langlebigkeit eingesetzt. Weitere Anwendungen in der Verpackungsindustrie sind hinlänglich bekannt.
Der Rohstoff für Aluminium, Bauxit, wird hauptsächlich in Australien, Westafrika, Jamaika und Brasilien abgebaut. In einem 2-stufigen Verfahren erfolgt die Metallgewinnung. Weltweit wird rund 25 Mio Tonnen Aluminium verarbeitet. Wichtigster Verwendungssektor ist der Verkehr, gefolgt vom Bau, Maschinenbau und Verpackung.
Da Aluminium absolut ungiftig ist, ist seine Verarbeitung problemlos. Die Herstellung von Aluminium ist sehr energieaufwändig. Für die Herstellung von 1kg Aluminium wird 13,5 Kilowattstunden Strom verbraucht. Sinn macht der Einsatz von Alu daher nur, wo das Material wieder verwendet werden kann. Aufgrund seines tiefen Schmelzpunktes (660°C) ist es sehr geeignet zum Reziklieren, wird doch dafür nur 5% der Energie verbraucht.
Im Nutzfahrzeugbereich wird Aluminium schon seit Jahrzehnten verwendet. Sein geringes Gewicht von 2.7g/cm3 ist rund 1/3 des spezifischen Gewichtes von Eisen (7.8g/cm3).
Space-Frame
Space-Frame
Konstruktionen sind vollständig aus Aluminium hergestellt. Damit die Festigkeit
gewährleistet ist, kommen Aluminium-Gussteile, -Strangpressprofile- und Bleche zum Einsatz.
Neben Space-Frame werden auch Vollaluminiumfahrzeuge ganz konventionell (wie
bei Stahlblechen) konstruiert. Beispiel für diese Bauweise ist der Honda NSX.
Eine neue Konstruktionsart verfolgt Jaguar. Mithilfe von Nieten und Kleben wird
der XJ, ähnlich wie im Flugzeugbau, gebaut. Für die Monocoque-Carrosserie, welche
vollständig aus Aluminium gefertigt ist, werden rund 3180 Nieten und rund 120
Meter Klebestoffbahnen verwendet.
Da diese Fahrzeuge komplett
aus Aluminium gefertigt wurden, entfällt das Problem der Kontaktkorrosion.
Unter Kontaktkorrosion versteht man, wenn sich zwei ungleich edle Metalle berühren und
aufgrund der elektrochemischen Spannungsreihe sich das unedlere zuerst abbaut.
Da Aluminium unedler als Stahl ist, baut es sich zuerst ab.
Hierzu ein
Auszug aus der elektrochemischen Spannungsreihe von Metallen (von edel zu
unedel):
Blei - Zinn - Eisen - Chrom - Zink - Aluminium
Kommt
also Stahl mit Aluminium in Kontakt, zersetzt sich das Aluminium. Natürlich hat
auch ein Fahrzeug aus Aluminium Verbindungen, welche aus Stahl bestehen. Diese
Schrauben und Nieten sind jedoch speziell beschichtet, damit keinerlei Kontakt
mit Aluminium auftreten kann. Die Beschichtung besteht zum Beispiel aus Zink-
oder Aluminiumstaubhaltigen Überzügen. Zudem sind sie mit einer speziellen
Gleitmitteleinfärbung gekennzeichnet, damit es nicht zu Verwechslungen kommen
kann. Die Schrauben dürfen nur einmal verwendet werden.
Die
Korrosionsbeständigkeit von Aluminium ist sehr hoch. Tritt eine Beschädigung an
der Lackierung auf, bildet sich durch den Sauerstoff automatisch eine
Schutzschicht. Dadurch wird der Werkstoff korrosionsbeständig.
Zur Zeit
sind folgende Fahrzeuge komplett aus Aluminium gefertigt:
Audi A8 | Audi A2 | BMW Z8 | Ferrari 360 | Ferrari 430 | Jaguar XJ | Jaguar XK |
Hybrid-Bauweise
Von Hybrid-Bauweise spricht man,
wenn sowohl Aluminium wie auch andere Materialien eingesetzt werden. Diese
Bauweise wird beispielsweise vom legendären Ur-Rover (heute Rover Defender)
bereits seit über 50 Jahren eingesetzt.
Dabei ist der tragende Teil des
Fahrzeuges konventionell in Stahl hergestellt. Es kann sich sowohl um eine
selbsttragende Bauweise wie auch um ein Fahrzeug mit Chassis handeln. Die
Aussenteile wie Türen, Deckel aber zum Teil auch Kotflügel und Seitenwände sind
dann aus Aluminium.
Eine spezielle Form der Hybrid-Bauweise sind
die 5er und 6er von BMW. Der ganze Vorbau inklusive den tragenden
Elementen ist aus Aluminium gefertigt (GRAV=
GewichtsReduzierterAluminiumVorbau), während der Rest des Fahrzeuges aus
Stahlblech ist. Diese Bauweise bietet neben dem Vorteil der Gewichtseinsparung
auch eine optimierte Verteilung des Gewichtes und damit wesentlich verbesserte
Fahreigenschaften.
Da Aluminium ein relativ unedles Metall ist, ist vor
allem auf die elektrolytische Kontaktkorrosion zu achten. Kommt Alu mit Stahl in
Verbindung, baut sich Aluminium ab.
Der Vorteil dieser Bauweise ist,
dass die meisten Prozesse in der Produktion nicht angepasst werden müssen.
Gerade für Grossserienmodelle wird wohl in Zukunft vermehrt die Hybrid-Bauweise
in Frage kommen.
Zur Zeit sind folgende Modelle in Hybrid-Bauweise auf
dem Markt:
Audi A6 | Audi TT | Audi Q7 | VW Lupo 3L | BMW 7er | BMW 6er | BMW 5er | Mercedes CL 500/600 | Rover X75 | Range Rover | Land-Rover Defender
| Renault Clio | Volvo V70 | Volvo S80 Opel Omega | Peugeot 607 | Honda S200 usw.



